In meinem heutigen Blogbeitrag geht es um Montenmedio und sein berühmtes Springreitturnier.
Das nur 5 Minuten von Vejer de la Frontera entfernt gelegene Landgut “Dehesa Montenmedio” erstreckt sich über mehr als 500 Hektar und umfasst das Hotel Hacienda Montenmedio, einen Golfplatz, die NMAC-Stiftung und ein Reitsportzentrum. Hier findet jährlich im Februar/März die sogenannte Sunshine Tour statt, ein internationales Springreitturnier. Und ich glaube, dass während dieser vier oder fünf Wochen zwischen 1.400 und 2.000 Pferde auf dieser Finca zusammenkommen.
Warum? Ich nehme an, so wie die Vögel Nordeuropas in der Coto de Doñana überwintern, so tun es auch die Reiter Nordeuropas, um ihre jeweiligen Springparcours vorzubereiten. Denn während in diesen Monaten im restlichen Europa noch Winter herrscht, liegen hier in Südspanien die Temperaturen schon zwischen 10°C und 20ºC. Dazu kommen 50.000 m2 (so groß wie 5 Fußballfelder) hervorragende Reitbahnen und weitere 30.000 m2 Anlagen (Parkplätze, Boxen, Restaurants) sowie die Tatsache, dass jetzt in der Nebensaison das Unterkunfts- und Gastgewerbe den europäischen Reiterinnen und Reitern ihre Leistungen zu sehr günstigen Preisen anbieten. Die weitflächigen Grünanlagen Montenmedios mit den vielen Palmen, das Meer, das Licht dieser Tage – nicht umsonst heißt es Sunshine Tour – tun ihr Übriges für diese Ansammlung von Reitern und Pferden, die an den Wochenenden zu einem Spektakel wird, denn es gibt normale Prüfungen und CSI-Kategorien ****, d.h. Du kannst hier Pferde, Reiter, Parcours und spektakuläre Sprünge erleben, die man in Spanien normalerweise nur in Madrid und Barcelona sehen kann.
Ich glaube, Montag ist Ruhetag. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag finden kleine und spezifische Prüfungen für junge Pferde im Alter von 4, 5 und 6 Jahren statt. An den Freitagen, Samstagen und Sonntagen wird es ernster. Ich habe manchmal D-Ponys (d. h. große Ponys) in Wettbewerben für Kleinpferde springen sehen. Idealerweise solltest Du nicht zu spät kommen, damit Du noch einen Parkplatz findest. Am Wochenende riskierst Du sonst, im letzten Eck parken zu müssen.
Normalerweise finden am Wochenende gleichzeitig verschiedene Prüfungen auf unterschiedlichen Reitplätze statt, so dass man verschiedene Niveaus von Reitern und Parcours sehen kann. Es lohnt sich, das Programm zu studieren, damit Du nicht die berühmten Reiter und die großen Prüfungen verpasst und die Chance hast, am Ende die Barrage zu beobachten.
Um die Ställe zu besichtigen, benötigst Du eine Genehmigung oder Du gehst in Begleitung eines autorisierten Mitarbeiters. Ich kann Dir diesen Abstecher nur empfehlen, um zu erleben, was alles an Vorbereitungen und Logistik notwendig ist, damit ein Pferd etwas mehr als eine Minute in der Wettkampfarena springen kann. Überraschend sind auch die Lastwägen, von denen einige echte Häuser sind. Und es ist eine wahre Freude, die Stiefel, Sättel und Zaumzeuge glänzen zu sehen.
Auf der Tribüne zu stehen und den großen Reitern beim Training in der heißen, aber noch nicht brennenden Mittagssonne zuzusehen und anschließend ein Bier zu trinken, das ist ein Vergnügen, das jeder Pferdeliebhaber zumindest einmal erleben sollte, wenn er in der Gegend ist.
Auf dem Gelände von Montenmedio findest Du auch Restaurants. Das hat den Vorteil, dass Du während der gesamten Veranstaltung auf dem Turniergelände bleiben kannst. Aber wenn Du ein Auto hast, dann gibt es ein paar Gasthöfe in der Nähe, wo Du besser und billiger essen kannst. Zum Beispiel gleich in der Nähe die Venta Paquito, wenn Du die kleine Straße bei Montenmedio noch ein klein wenig weiter in Richtung der Sümpfe fährst. Oder etwas weiter entfernt die Venta Manolo direkt an der Hauptstraße N-340 in Richtung Vejer oder die Venta El Toro in Santa Lucia, ein malerischer Ort mit viel Sonne zu dieser Jahreszeit und über einem kleinen Bach gelegen. Und wer gerne gute Nachspeisen mag, dem lege ich die Venta Pinto ans Herz.
Und was gibt es neben der Sunshine Tour noch zu erleben?
Mit einem Besuch von Vejer de la Frontera können wir den Tag perfekt abzurunden. Vejer gehört zu den schönsten Weißen Dörfern Andalusiens und es ist ein Genuss durch die engen Gassen zu schlendern. Hier gibt es auch drei oder vier Lokale, in denen man gut zu Mittag oder zu Abend kann.
Eine andere schöne Option ist ein Besuch des Freiluftmuseums der Stiftung NMAC, das mit seinen festen und wechselnden Ausstellungen eine Überraschung nach der anderen bietet inmitten von Kiefern, Korkeichen und Mastixbäumen.
Oder Du machst einen Ausflug nach Barbate. Die kleine Fischer-Stadt wird nach und nach renoviert und hat trotz ihrer Heterogenität ihren ganz eigenen Charme. Der Besuch des städtischen Marktes dort ist ein Vergnügen für alle, die gerne Fisch essen und wenn Du in einem Apartment mit einer Küche wohnst, dann kannst Du Dir gleich einen fangfrischen “Borriquete” oder “Bocinegro” mitnehmen.
Eine weitere Alternative, um den Tag abzurunden, ist eine Fahrt nach Zahara de los Atunes und zum Strand Playa de los Alemanes. Nach einem Spaziergang kann man an diesem Strand beim Rauschen der Wellen wunderbar Siesta halten, weil der Strand auch bei Ostwind sehr geschützt ist.
Der Tag endet mit einem wunderschönen Sonnenuntergang während der Heimfahrt auf der Landstraße A-2233 von Barbate über Caños de Meca nach Conil. Auf diesem Weg gibt es mehrere Streckenabschnitte, wo Du während der Fahrt das herrliche Schauspiel beobachten kannst.
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